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WingTsun-Welt Online

Porträt Rolf Beier

Sifu Rolf Beier

5. Meistergrad


Schule(n) in: Heide, Albersdorf, Büsum, Pahlen

Schulleiter seit: 1999

 

Motto:

Lebe Dein Leben und respektiere Deine Mitmenschen

Warum hast Du mit WingTsun bzw. Escrima angefangen?

Ich begann im Alter von zehn Jahren mit Judo. Kam dann mit Anfang zwanzig zum Aikido, was meine große Leidenschaft zu der Zeit war. Zur gleichen Zeit lernte ich von einem chinesischem Meister parallel dazu das TaiChi Chuan, die Kampfform und zwar die mit 64 Bewegungen. Zudem erlernte ich das NeiGung, die Bauchatmung, woraus die eigentliche Energie entsteht.
Diese Energiearbeit finde ich mit großer Freude nun auch im iWT wieder. Für mich schließt sich somit der Kreis von damals, als ich damit anfing, bis jetzt, um dieses Wissen zu vertiefen und zu verinnerlichen.
Auf WT wurde ich leider erst 1993 mit neununddreißig durch einen Pressebericht aufmerksam. Nach dem ersten Unterricht hatte ich mich sofort angemeldet, da ich vom ersten Tag an vom WT begeistert war. Die direkten und schnörkellosen Bewegungen und die Effektivität haben es mir angetan.
Nach ca. sechs Monaten fing ich dann auch mit Escrima an. Die schnelle Handhabung mit den Rattanstöcken übte eine Faszination auf mich aus, von der ich beeindruckt war. Escrima trainierte ich die ersten drei Jahre mit großer Begeisterung. Mit Erreichen des WT-Übungsleiters fing ich an, eigene Gruppen im WingTsun zu unterrichten. Wegen meiner Selbstständigkeit im Handwerk, musste ich aus beruflichem Zeitmangel und der großen Entfernung von 60 km wegen mit Escrima erst einmal aufhören. Nach dreizehn Jahren Pause fing ich 2010 wieder mit Escrima an.

Warum machst du immer noch WingTsun/Escrima?

2007 bendete ich meine handwerkliche Tätigkeit und widme mich seitdem professionell dem WingTsun. So ist einer meiner Träume, nämlich mein Hobby zum Beruf zu machen, in Erfüllung gegangen. Ich kann somit meine Zeit voll und ganz meiner Leidenschaft WingTsun widmen. WT hält mich sowohl mental als auch körperlich jung und fit. Das Unterrichten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen trägt ein Übriges dazu bei. Es lässt mich bewusst und hautnah am Leben meiner Schüler teilhaben. Durch die Gespräche entstehen immer neue Ideen, den Unterricht an die Situationen bzw. die Probleme, die die Schüler im Alltag erleben, kreativ anzupassen und somit brauchbare Lösungen zu erhalten.

Warum machst du immer noch WingTsun?

Die Faszination des WingTsun ist bis heute ungebrochen. Die Entwicklung, die stattgefunden hat, allein in der Zeit, in der ich WingTsun lerne, ist einfach der Hammer. Durch die Erkenntnisse, die SiFu mit seinen Forschungen gewonnen hat, und an denen er uns teilhaben lässt, führt das moderne WingTsun zu dem, was ich immer schon gesucht habe und nun miterleben darf. Es ist die Gewaltfreiheit und die Mühelosigkeit, von der ich so begeistert bin.

Auch im Escrima hat eine enorme Veränderung stattgefunden. Am Anfang das präzise Handling mit den Stöcken bzw. der Machete, heute die kraftvolle Rumpfarbeit, anfänglich mit den Stöcken bis hin zu den mittelalterlichen Hieb- und Stoffwaffen. Zudem die zeitgemäße Selbstverteidigung, die Dank der Waffenkunde auch mit Alltagsgegenständen umsetzbar ist, machen das Escrima von Master Bill Newman so attraktiv.

Welches war dein herausragendes WT-Erlebnis?

Am 06.12.2008 die Ernennung zum Sifu und am 28.01.2015 die Überreichung der Urkunde zum 5. Meistergrad durch meinen SiFu Prof. Keith R. Kernspecht waren absolut herausragende Erlebnisse für mich.

Was änderte sich für dich, als du den 1. HG bzw. den 5. MG erhalten hattest?

Beide Ereignisse waren und bleiben unvergessen. In der Zeit, wo ich mich auf den 1. HG (damals 1. TG) vorbereitete, den ich 1999 bestand, ging es doch überwiegend um das Erlernen und Umsetzen von vorgegebenen Techniken. Die Zeit danach, die Zeit der rasanten Weiterentwicklung vom technikorientierten zum modernen und inneren WT waren und sind revolutionierend. Die damaligen und heutigen Unterrichtsweisen und Arten, WingTsun zu lernen und zu betreiben, sind Welten voneinander entfernt.
Das ich diese Entwicklung hautnah miterleben durfte und darf, macht mich ein Stück weit stolz. Die Ernennung zum Meister war auf diesem Weg das i-Tüpfelchen. An dieser Stelle tausendfachen Dank an SiFu, dass er uns diesen fantastischen Zugang gibt und es uns ermöglicht, eine neue Sichtweise des WingTsun kennenzulernen.