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WingTsun-Welt Online

Porträt Michael König

Sifu Michael König

6. Meistergrad


Magister Sport – Kampfkünste (Universität Plovdiv/BG)

Schule in: Kaufungen, Kassel

Trainer 1 seit: 1996

 

Motto:

WT bedeutet für mich Freiheit, Lebensfreude, Menschlichkeit und Entfaltung der Persönlichkeit.
Alles vereint in einer Kampfkunst der Achtsamkeit, die all meine Bedürfnisse und Ansprüche erfüllt.

Warum hast du mit WingTsun angefangen?

Zunächst betrieb ich unterschiedliche Kampfsportarten. Durch verschiedene Erfahrungen in der Realität der Straße wurde ich diesen Sportarten gegenüber allerdings skeptischer, weil die Szenarien im Training nicht auf die der Straße vorbereiteten. Eines Tages, im Jahr 1992 muss es gewesen sein, nahm mich ein Bekannter mit zum WT-Unterricht. Dort wurde ich mit der Praxisnähe und Effizienz des WT konfrontiert. Nach relativ kurzer Zeit wusste ich, dass ich diese Kampfkunst erlernen wollte. Ich begann mit WT, weil für mich der Unterricht, die Philosophie und die Nähe zur Praxis wichtig waren und das Training mir gut tat.

Warum machst du noch immer WingTsun?

WingTsun hat mir immer Freude gemacht, weil es so viel zu lernen gibt. Jeder Schülergrad war ein Ziel. Danach waren die Höheren Grade (damals Technikergrade) das Ziel. Irgendwann kamen der Meistergrad und der jetzige 6. MG. Zwischendurch haben meine Frau und ich mit unseren Zwillingen noch das Magisterstudium für Kampfkunst in Bulgarien absolviert. Ich glaube, dass in meiner ganzen WT-Zeit meine Freude daran mit jeder Lernphase größer geworden ist. Ein weiterer Grund besteht darin, dass ich sehr gern WT lerne und mich freue, wie es sich immer weiterentwickelt und fortschrittlicher wird. Dieses positive vorwärts gerichtete Lebensgefühl gab und gibt mir sehr viel in meinem Leben. Das Wissen und dieses Lebensgefühl möchte ich weitergeben. Ich finde es gut, dass die Menschen damit wehrhafter und menschlicher werden, weil durch die WT-Ausbildung und den damit verbundenen Inhalten der Tast- und der Spürsinn ausgebildet werden.

Welches war dein herausragendes WT-Erlebnis?

Vom Anspruch her, empfand ich die Verteidigung der Magisterarbeit in Bulgarien als eine große Herausforderung. Emotional freute ich mich sehr über die Ernennung zum 6. MG in Hockenheim, als ich dort mit SiFu, GM Bill Newman, GM Schembri, GM König und Meister Groß auf der großen Bühne stand und vor der Bühne meine Familie und ein großes Publikum waren. Das war mein schönstes Erlebnis.

Was änderte sich für dich, als du den 1. HG bzw. den 5. MG erhalten hattest?

Als ich mit dem WT-Unterricht begann, war der 1. Technikergrad (heutiger 1. HG), zunächst die einzige Graduierung, die mir als Ziel realistisch erschien. An höhere Grade dachte ich nicht, weil ich es aus verschiedenen Gründen nicht für möglich hielt, dass ich sie erreichen könnte. Als ich damals den 1. HG erreicht hatte, war ich natürlich glücklich. Die erste große Urkunde war für mich so etwas wie die Eintrittskarte für die höheren Ebenen des WingTsun.

Der 5. MG war für mich ein ganz besonderes Erlebnis, weil ich es niemals für möglich gehalten hatte, dass ich so weit kommen könnte. Viele Jahre konsequente Arbeit in Theorie und Praxis lagen hinter mir. Jeder zurückliegende Grad war für mich etwas Besonderes. Der Meistergrad war so etwas wie die Krönung der zurückliegenden Jahre. Ich liebte WT noch mehr und wollte weiterlernen und vertiefen. Daran hat sich bis heute nichts geändert.