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WingTsun-Welt Online

Porträt Marco Barthel

Sifu Marco Barthel

5. Meistergrad


Schule(n) in: Münster, Osnabrück, Damme, Melle, Lengerich, Rheine

Schulleiter seit: 1993

 

Motto:

WingTsun ist für mich das wunderbare Gefühl als Lehrer anderen Menschen helfen zu können, sicherer, fitter, selbstbewusster zu werden.

Warum hast du mit WingTsun angefangen?

Da ich zwischen meinem zehnten und 18. Lebensjahr intensiv und erfolgreich Leistungssport betrieben habe, war ich schon immer ein Kämpfer. Doch auch noch mit 21 Jahren war ich mit 65 kg Körpergewicht bei einer Körpergröße von 1,82 m ein absolutes Fliegengewicht. In der heutigen Zeit, wo das Gesetz des Stärkeren gilt, befand ich mich damit definitiv in der Opferrolle.
So begann ich mit 21 Jahren, im Polizei-Sportverein JuJutsu zu trainieren und kam über meinen damaligen Lehrer nach zwei Jahren Training zum WingTsun.
Hier tauchte ich ein in die für mich – nach wie vor – faszinierende Welt unserer Kampfkunst und entschied mich schon nach einem Jahr Unterricht zu einer Ausbildung zum WingTsun-Lehrer. Von da an wusste ich, eines Tages werde ich hauptberuflich WingTsun-Lehrer sein.
Nach einem weiteren Jahr eröffnete ich 1993 mit dem 10. Schülergrad meine erste WT-Schule und gab neben dem eigenen täglichen Training zusätzlich zweimal in der Woche Unterricht.
Das steigerte mein Selbstbewusstsein enorm und in Bezug auf Selbstverteidigung fühlte ich mich jetzt absolut sicher.

Warum machst du immer noch WingTsun?

In mir wuchs die Begeisterung, Schüler zu unterrichten und mein Wissen weiterzugeben. So eröffnete ich innerhalb der nächsten drei Jahre vier weitere Schulen. Mehrere Jahre unterrichtete ich selbst, neben meinem eigenen WT-Training und damals noch neben meinem Beruf als Elektromonteur, in fünf Orten.
Der logische Schritt in die Selbstständigkeit folgte im Jahre 1998. Von da an war ich hauptberuflich WingTsun-Lehrer und ein Kindheitstraum ging in Erfüllung. Heute bin ich mit Leib und Seele Lehrer. Die tägliche Freude am Unterrichten und Lernen ist nach wie vor ungebrochen und ich freue mich schon auf die nächsten 25 Jahre mit meiner WingTsun-Familie.
Mittlerweile habe ich ein starkes und ständig wachsendes Ausbilderteam mit Chefausbildern, die nebenberuflich oder zum Teil sogar hauptberuflich WT-Lehrer sind. Das verpflichtet.

Welches war dein herausragendes WT-Erlebnis?

Ein herausragendes Ereignis war dann für mich im Januar 2002 meine Ernennung durch Großmeister Kernspecht zum Sifu of WingTsun.
Diese Anerkennung als würdiger Vertreter der EWTO und qualifizierter WingTsun-Lehrer bedeutet mir sehr viel. Ich bin der Überzeugung, ohne ein inniges, familiäres Vertrauensverhältnis zwischen Lehrer und Schüler kann man unsere Kunst weder lernen noch lehren.
Erst kürzlich schrieb ein befreundeter Meister: „Es gibt keinen Respekt und keine Loyalität mehr.“ Ich bin da anderer Meinung. Wir als Sifu leben genau diese und andere Werte vor. Und wenn ich zurückschaue und sehe, dass viele Schüler schon 10, 15 Jahre und einige sogar 20 Jahre bei mir trainieren, dann weiß ich, dass ich als Sifu auf dem richtigen Wege bin. Dass ich immer wieder Menschen begeistern kann und ihre Fortschritte erleben darf, ist eine große Freude für mich.
All das verdanke ich meinem großen Vorbild und SiFu Prof. Kernspecht, der mir immer mit Wort und Tat zur Seite stand und mich wie kein anderer vermochte immer aufs Neue zu begeistern.

Was änderte sich für dich, als du den 1. HG bzw. den 5. MG erhalten hattest?

War ich damals als erster HG ein Junior-Lehrer auf dem Weg zum Meister, so bin ich jetzt mit dem 5. MG ein Junior-Meister auf dem Weg zum Großmeister.

Während ich als angehender 1. HG den Schwerpunkt meines Unterrichts in der praktischen Selbstverteidigung sah, eröffnete sich mit bestandenem 1. HG der Weg zur eigentlichen Kampfkunst. Das Erlernen und Studieren der BiuDjie- und der Holzpuppenform mit ihren Anwendungen und höheren Strategien des Zweikampfs ist eine ständige Herausforderung, die sicher nie enden wird. Dies gilt auch für die Umsetzung im alltäglichen Leben.

Jetzt als Junior-Meister fühle ich mich als sicherer, selbstbewusster und erfahrener Lehrer mit nunmehr 23 Jahren Unterrichtserfahrung. Als ständig Lernender eröffnet mein SiFu mir nun den Weg zum Innersten unserer Kampfkunst. Was ich bis jetzt dazu sagen kann ist, dass diese Etappe nicht weniger spannend und faszinierend werden wird als die anderen zuvor. Ich stelle mich sehr gern dieser neuen Herausforderung.