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WingTsun-Welt Online

Porträt Keith R. Kernspecht

GM Prof. Dr. Keith R. Kernspecht

10. Großmeistergrad


Gründer und Leiter der EWTO

Schulleiter seit: Mitte 1960er Jahre (der Unterricht war anfangs noch eine Mischung aus den besten SV-Techniken von Karate, Kempo, Judo, Jiu Jitsu)

 

Motto:

Mein WingTsun: sich mühelos zu verteidigen und nichts dem Zufall zu überlassen!

Warum hast du mit WingTsun angefangen?

Ein Freund von mir wurde damals in der Schule verkloppt. Und dabei hatte ich nicht eingegriffen. Vielleicht war das der Auslöser. Ich fing also mit asiatischen Kampfkünsten an. Nachdem ich verschiedene Stile ausprobiert hatte, machte ich mich auf die Suche nach speziell chinesischen. In London fand ich dann in einer chinesischen Zeitschrift Bilder von Wing Chun. Deswegen machte ich mich in China-Town auf die Suche und wurde letztlich auch fündig, obwohl das gar nicht so einfach war, weil Wing Chun damals noch geheim war. Mit viel Geduld schaffte ich es, dem Unterricht von Joseph Cheng beiwohnen zu dürfen. Dort durfte ich nie mit irgendjemandem trainieren, immer nur beobachten. Joseph Cheng nannte mich „thief student“, weil ich immer beobachtete und mit den Augen „klaute“. Er war es schließlich, der mich 1975 an Leung Ting weiter verwies. 

Warum machst du immer noch WingTsun?

WingTsun ist mein Leben. Ich mag es. Es war und ist immer noch mein Steckenpferd.

Welches war dein herausragendes WT-Erlebnis?

Eigentlich jedes Mal, wenn ich unterrichte. Das ist für mich eine unglaubliche Bereicherung.
Davon abgesehen denke ich, dass ein ganz entscheidendes Erlebnis war, als ich sah, wie Joseph Cheng damals einen Herausforderer nach dem anderen besiegte. Und dabei elegant aussah! Das war, was ich wollte: mit dem Gegner kämpfen und mit ihm spielen. Mühelos.

Was änderte sich für dich, als du den 1. HG bzw. den 5. MG erhieltest? Und wie war es als du zum Großmeister ernannt wurdest?

Generell dachte ich nie, dass ich es verdient hätte. Ich war immer sehr kritisch mir selbst gegenüber.
Als ich den ersten Lehrergrad bekam, erhielt ich ein goldenes Pflaumenblüten-Abzeichen. Ich dachte, dass es gelb sei und ich hätte so etwas wie den gelben Gurt.
Beim 5. MG fühlte ich mich super. Die Streifen an meiner Hose waren jetzt breiter. Das war super! Da spielte wohl ein bisschen Eitelkeit mit.
Der 9. Grad, der Man of Arrival war für mich persönlich nicht wichtig. Den 10. Grad erhielt ich sogar zwei Mal: im Jahre 2000 gültig für Europa und 2012 dann ohne Beschränkung.