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WingTsun-Welt Online

Porträt Jörg Wingerter

Sifu Jörg Wingerter

6. Meistergrad


Bachelor in Martial Arts (Uni Derby GB)

Schule(n) in: Heilbronn, Neckarsulm, Bad Friedrichshall, Gundelsheim, Neudenau u.a.

Schulleiter seit: 1995

 

Motto:

Aus dem Gedanken heraus, dass man nicht unbedingt „nach dem Sinn des Lebens zu fragen braucht, sondern einfach dem Leben Sinn gibt“, habe ich im WingTsun alles gefunden, was ich zum Glücklich sein brauche. Etwa nach J. Ringelnatz: „Lebe, lache, habe Mut, und mache deine Sache gut!”

Warum hast du mit WingTsun angefangen?

Im Alter von 16 Jahren wurde ich überfallen. In Italien. Am Strand. Nach dem Abendessen war ich mit meinen Eltern spazieren, als ich einige Jugendliche etwas weiter weg entdeckte. Ich verabschiedete meine Eltern und ging langsam in deren Richtung. Es kamen mir drei Jungs entgegen. Mit Worten, die ich nicht verstand, wollten zwei mich festhalten, während einer mit dem Messer herumfuchtelte. Mein bis dahin gelerntes JiuJitsu versagte. Mein Handballsport funktionierte – ich konnte mich losreißen und schneller als die anderen [weg]laufen.

Mit 19 kam ich in einen hinterhältigen Raubüberfall. Da hatte ich keine Chance irgendetwas zu tun. Aber ich schwor mir, dass mir das nicht noch einmal passierte. Nach zwei Jahren des Suchens über Karate, Boxen und Kickboxen kam ich „durch Zufall“ zum WingTsun. Meine Mutter schrieb in ihrem Betrieb eine Betriebssportgemeinschaftsgruppe „Selbstverteidigung mit WingTsun!“ aus. Ja, und das war‘s dann! Bereits nach einem dreiviertel Jahr begann ich mit der Trainerausbildung, weil ich sah, wie gut es mir tat. Außerdem war mein Wunsch geboren, so vielen Menschen wie möglich zu helfen.

Warum machst du immer noch WingTsun?

…, weil es mir Sinn gibt und Spaß macht.
…, weil man mit vielen Menschen zusammenkommt, die unter anderem gegenseitiges Helfen zu schätzen wissen.
…, weil ich gleichermaßen Neues schaffen und Altes bewahren kann.
…, weil es mir – inzwischen – die Möglichkeit bietet, in einem kleinen Team (vor Ort) und großen Team (EWTO) Unvergleichliches zu schaffen.
…, weil ich einen Mentor habe, dem ich direkt und indirekt ALLES zu verdanken habe, was ich mit WingTsun auf die Beine stellen durfte und mich auch als Mensch weiterzuentwickeln wusste.

Welches war dein herausragendes WT-Erlebnis?

Als WT-Schüler: das Event anlässlich des 50. Geburtstags von GM Leung Ting, die Budo-Gala in China mit dem Abschluss meines SiFus.
Als WT-Lehrer: das Unterrichten einer Rollstuhlsportgruppe.
Als WT-Student: das Bestehen des Bachelor of Martial Arts an der Universität Derby/Buxton.
Als „EWTO-Angestellter“: die Mitarbeit bei der Security für die 25-Jahr-Feier.
Als Mensch: das Bewusstsein, was GM Kernspecht und sein Team geschaffen haben.

Was änderte sich für dich, als du den 1. HG bzw. den 5. MG erhalten hattest?

Außer der Graduierung nichts! Zumindest in der Selbstwahrnehmung.
Gravierender war für mich die Ernennung zum Sifu, da mein SiFu mir die Verantwortung dieses Titels zuvor sehr detailliert erläutert hatte.