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WingTsun-Welt Online

Porträt Hayo Zuber

Sifu Hayo Zuber

7. Meistergrad


Schule(n) in: Berlin/Kreuzberg

Schulleiter seit: 1987

 

Motto:

Sei lebendig!

Warum hast du mit WingTsun angefangen?

Ich habe mit WT 1985 aus einem einfachen Grund angefangen. Heute würde man sagen: Selbstverteidigung. Was mich dann faszinierte, war, dass alle Konzepte, Ideen und Übungen einen praktischen sowie philosophischen Sinn ergaben.

Warum machst du immer noch WingTsun?

Aus Freude und Spaß am Entdecken neuer Welten.
Je länger ich dabei bin, zeigten sich für mich die folgenden zwei Punkte als Leitlinie: „Konsequent in eine Richtung gehen zu können.“, und „Bereit sein, neue Wege zu gehen.“. Beide Pole sind für mich entscheidende Fähigkeiten, die den Bereich der physischen Selbstverteidigung verlassen und in das Leben übertragen werden können. Außerdem wuchs mein Verantwortungsgefühl sowohl meinen Schülern, Lehrern, Kollegen und Mitmenschen als auch mir selbst gegenüber. Als Lehrer und Sifu hast du die Freude am und die Pflicht zum Unterricht, das gibt mir Stabilität und zwingt zur Disziplin.

Welches war dein herausragendes WT-Erlebnis?

Es gab viele, aber das überraschendste war: dass ein Sieg in einer körperlichen Auseinandersetzung oder in einem größeren Rahmen, anfänglich zu einer Euphorie führt. Danach aber eine Selbstreflektion einsetzt: „War es das, was ich wollte? Gab es nicht andere Wege?“ Die Frage, die danach kommt: „Was ist gewinnen? Will ich immer über den anderen siegen?“ Wir wollen gewinnen, aber kämpfen nur, wenn wir müssen.

Was änderte sich für dich, als du den 1. HG bzw. den 5. MG erhalten hattest?

Größere Veränderungen gab es schon mit dem Erreichen des 1. Höheren Grades und des 5. Meistergrades.
Ab dem ersten 1. HG dominierte bei mir der Stolz auf die Fähigkeit, sich mit Gewalt (aus heutiger Sicht) durchsetzen zu können und das größere Wissen um Techniken und Tricks als meine Gegner zu haben. Beim Meistergrad habe ich die Veränderung nicht so abrupt empfunden. Eher ein schleichender Vorgang, die Rolle anzunehmen.
Es war auch das Sehen, dass die Welt aus verschiedenartigen Konflikten besteht, die mich und mein Leben beeinflussen. Das Gefahren und Strategien aus Richtungen kommen können, die mir völlig unbekannt sind und dass man sich auf vielerlei Arten schützen können muss. Einfaches Beispiel: Wer körperlich einfach siegt, hat es u.U. gegen Psychos nicht leicht.
Und damit fokussiert sich alles wieder auf einen selbst. Die Aufmerksamkeit und die großen Sieben sind dafür ein Lösungsansatz.

Schluss mit Theorie! Das Leben ruft!