uk union flagDas Magazin der EWTO
WingTsun-Welt Online

Porträt Hans Kelzenberg

Sifu Hans Kelzenberg

7. Meistergrad


Magister Sportpädagogik (Plovdiv/BG)

Schule(n) in: Frechen, auch Gruppen Köln, Rhein-Erft-Kreis, Grevenbroich

Schulleiter seit: 1984

 

Motto:

WingTsun – das ist Körper und Geist formendes Training oder um es mit Bruce Lee zu sagen: „Der Körper folgt dem Geist.“ Hinzufügen möchte ich noch ein weiteres Zitat von ihm: „Wissen ist nicht genug – wir müssen Wissen anwenden können. Der Wille allein reicht nicht – wir müssen handeln.“

Warum hast du mit WingTsun angefangen?

Der wunderbare Bruce Lee hat mich, wie viele andere, in sehr jungen Jahren für das Thema Kampfkunst „angefixt“. Mich faszinierte damals schon – zuerst alles nur aus Zeitungsberichten – die Leichtigkeit und Schnelligkeit dieser Kampfkunst. Es ging und geht nicht um Kraft und dicke Muskeln oder um Wettbewerbe. Mit Köpfchen, Herz, Mut, Kampfgeist und Leichtigkeit den Kontrahenten bezwingen – genau so etwas wollte ich. Um es genau zu nehmen, hatte ich bereits 1979 mit dem WingTsun-Training bei meinem damaligen Lehrer C.C. Dietrichs aus Montabaur begonnen (nicht ahnend, dass er mich dem Verband offiziell nicht als Schüler gemeldet hatte).

Mit dem Wissensstand des 8. Schülergrades begann ich dann 1983 noch einmal von vorn – dieses Mal allerdings direkt bei meinem SiFu GM K.R. Kernspecht. Ich stolperte über seinen Namen in ausführlichen Berichten in der Ausgabe 1982 der Karate-Revue. Die gesammelten Berichte habe ich heute noch. Und nach dem ersten persönlichen Kennenlernen und Training war für mich klar: hier bin ich richtig! Ab da hieß es: Jede Woche zum Training nach Heidelberg – damals noch im wunderbaren Schloss. Anschließend nach Hause, um das neu Erlernte fleißig zu üben.

Warum machst du immer noch WingTsun?                                     

WingTsun begeisterte mich von Anfang an und die Faszination des Sich-ständig-Verbesserns, Feilens und Forschens ließ mich bis heute nicht los. Alte Erkenntnisse für sich immer wieder überprüfen, verbessern, anders verstehen. Dieses Wachsen macht einfach Freude. Ein Leben ohne WingTsun ist für mich unvorstellbar geworden, bedeutet es doch sehr viel mehr, als „nur Kämpfen“ zu lernen. Es hat mich, meine Persönlichkeit und mein Denken sehr geformt. Ein Stillstand ist nicht geplant.

Welches war dein herausragendes WT-Erlebnis?

Es gibt rückblickend sehr, sehr viele schöne Erinnerungen in meinem fast 40-jährigen WingTsun-Lebenslauf. Mich aus Platzgründen auf nur wenige zu beschränken, fällt mir schwer. Ich entscheide mich daher z.B. für die gemeinsame Reise mit meinem SiFu GM Kernspecht nach Hongkong, wo wir den 50. Geburtstag von GM Leung Ting gemeinsam mit vielen chinesischen Meistern und Größen aus aller Welt feiern konnten.

Bei dem allerersten Kampfkunst-Studium in Plovdiv dabei sein zu dürfen und mit Erfolg zu bestehen, gehört ebenso dazu, wie die Besuche und Lehrgänge meines SiFus in meiner Akademie. Weitere Highlights waren die allererste Prüfung, die Besuche im Schloss, die gemeinsamen Reisen nach Hongkong, Livorno usw., meine erste eigene Schule, meine Selbstständigkeit, das Kampfkunst-Studium an der Universität Plovdiv in Bulgarien mit dem Magisterabschluss, auf den ich sehr stolz bin, meine Meisterprüfung auf den 5. MG …

Was änderte sich für dich, als du den 1. HG bzw. den 5. MG erhalten hattest?

Jedes erreichte Etappenziel hatte seine eigenen Reize. Nach jedem erreichten Ziel gab es ein neues. Dabei erfüllte mich jedes erreichte Ziel mit Stolz.

Stolz bin ich aber auch auf meine Schüler, die ihre WingTsun-Wege gehen, auf die, die ich zum Sifu-Titel begleiten konnte, auf die, die ihre eigenen Gruppen führen und mir schon jahrelang die Treue halten. Ich freue mich auf die weitere Zukunft.

Außerdem bin ich stolz darauf, aus meinem anfänglichen Hobby einen Beruf gemacht zu haben. Den Mut dazu habe ich sicherlich nicht zuletzt durch das körper-und geistformende WingTsun-Training erhalten.