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WingTsun-Welt Online

Porträt Andreas Tomczak

Sifu Andreas Tomczak

5. Meistergrad


Schule(n) in: Essen

Schulleiter seit: 1985

 

Motto:

WingTsun ist für mich ein System, bei dem man jeden Tag einen Hut aus dem Kaninchen zaubern kann.

Warum hast du mit WingTsun angefangen?

Bruce Lee war damals das Maß aller Dinge. Ich hatte zu dem Zeitpunkt bereits sieben Jahre Karate und JiuJitsu hinter mir. Nun hatte ich endlich die Chance, das Gleiche zu lernen wie er. Als ich mir WT ansah und schließlich begann, zerplatzte eine Egoblase nach der anderen. Damals dachte ich lediglich, dass es das geilste System auf Erden ist. Heute weiß ich, dass das stimmt.

Warum machst du immer noch WingTsun?

Ich vergleiche WingTsun mit einer Reise, bei der ich noch lange nicht am Ziel angekommen bin. Immer wenn ich einen Ort erreicht habe, entdecke ich Kreuzungen und Wege, die mich neugierig machen und die ich erkunden möchte.
Jeden Tag stehe ich in Persona meiner Schüler vor neuen Wegkreuzungen. Indem ich ihnen helfe, ihren eigenen Weg zu gehen, finde ich für mich neue Wege.
So entstehen Lösungen, die weitere Fragen aufwerfen. Schritt für Schritt verstehe ich an jedem Tag mehr von WingTsun.

Welches war dein herausragendes WT-Erlebnis?

Natürlich war das Erreichen des 1. Technikergrades und das Erreichen der Meisterstufe ein herausragendes WT-Ereignis. Dies ist aber nur vordergründig.
Das Entdecken des prinzipienorientierten WingTsun, das Abläufe und Formen in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt, war für mich das größte Erlebnis. Lernte ich Abläufe und Formen vorher noch, um die Techniken zu beherrschen, stellen sie jetzt das Erleben von purer Funktion dar. Mithilfe meines SiFus GM Kernspecht tauchte und tauche ich immer weiter in die Welt des prinzipienorientierten Kämpfens ein.

Was änderte sich für dich, als du den 1. HG bzw. den 5. MG erhalten hattest?

Beim 1. HG war das Beenden der Schülerstufe und das Erreichen der Lehrerstufe eine Befriedigung des eigenen Egos. Das Erreichen der Meisterstufe half mir, größtenteils auf mein Ego zu verzichten; denn nur, wenn man weiß, dass man nichts weiß, hat man die Chance, möglichst weit vorzudringen. Erst als ich Meister war, verstand ich das folgende chinesische Sprichwort: „Wissen hat jemand, der weiß, dass es noch Dinge gibt, die er nicht kennt. Unwissend ist einer, der glaubt dass es nichts gibt was er nicht kennt.“