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WingTsun-Welt Online

Porträt Andreas Plank

Sifu Andreas Plank

5. Meistergrad


Bachelor in Martial Arts (Uni Derby GB)

Schule(n) in: Linz, Traun, Wels (A)

Schulleiter seit: 2000

 

Motto:

WingTsun wurde für mich zu einer Lebensphilosophie.

Warum hast du mit WingTsun angefangen?

Ich mache schon mein Leben lang Kampfsport. Von WingTsun erfuhr ich als Jugendlicher, nachdem ich den ersten Bruce-Lee-Film, der mich auf eine damals ungeahnte Weise inspirierte, sah. Am Ende meiner Laufbahn als professioneller Boxer und Kickboxer, erfuhr ich, dass es WingTsun auch in Österreich gab. Ich habe damals in einer kleinen Schule im Mühlviertel bei meinem damaligen Sihing angefangen.

Warum machst du immer noch WingTsun?

Seit meiner Kindheit suchte ich immer eine Sportart, mit der ich lernen konnte, meinen Körper zu beherrschen. Dies konnte ich nur im Bereich des Kampfsports finden. So trainierte ich viele Jahre verschiedene Kampfsportarten und lernte, mich auf der Straße zu verteidigen, im Wettkampf zu behaupten und meinen Körper zu beherrschen. Jedoch musste ich auch feststellen, dass Leistungssport den Körper schädigt.
Bei der Kampfkunst WingTsun fand ich, was ich immer gesucht hatte. Es erstaunte mich, dass durch dieses Training meine Gesundheit wieder verbessert wurde und sie weiter erhalten werden kann. Zudem lerne ich immer weitere Fähigkeiten meines Körpers kennen und kann mich damit noch leichter verteidigen.

Welches war dein herausragendes WT-Erlebnis?

In meinem Beruf als Polizist erlebe ich von Zeit zu Zeit kleine Wunder, wie schnell und einfach heikle Situationen im Berufsalltag mit meinen erlernten WingTsun-Fähigkeiten gemeistert werden können. Aber am erstauntesten war ich bei einem Event, das die EWTO mit der Gewerkschaft der Polizei in Wiesbaden veranstaltete. Ich war dort gemeinsam mit Sifu Stefan Crnko als Ausbilder tätig. Bei einer Gruppe von SEK-Kollegen sollte ich, als der Kleinere von uns beiden, eine Zugriffstechnik der Gruppe vorführen. Dazu suchte ich mir den größten – ca. einen Kopf größer als ich – und augenscheinlich kräftigsten Kollegen aus. Im ersten Moment dachte ich, dass ich mich nun ein wenig übernommen hätte. Doch ich wurde eines Besseren belehrt. Die Zugriffstechnik war ohne großen Kraftaufwand so schlagkräftig, dass der Kollege fast ohnmächtig wurde. Somit hatte ich dann auch gleichzeitig die Aufmerksamkeit der gesamten Gruppe.

Was änderte sich für dich, als du den 1. HG bzw. den 5. MG erhalten hattest?

Den 1. HG zu erreichen, war für mich „nur“ die erste Etappe dieses Weges. Ich wusste, mit dieser Graduierung war es noch nicht möglich, alles zu erlernen. Da WT von Schülergrad zu Schülergrad für mich immer interessanter wurde, bemerkte ich nicht, wie die Zeit bis zum Erreichen des 1. HG verflog. Natürlich war ich froh und stolz, als mir diese Urkunde übergeben wurde.
In der darauffolgenden Zeit wurde mir klar, dass ich jedoch erst am Anfang von dem Erreichbaren stand, das ich eigentlich können und als WT-Lehrer an die Schüler vermitteln wollte. Der 1. HG wurde für mich sozusagen zur Stufe der Grundschule und jetzt erst konnte und durfte ich richtig „geile“ Techniken, Bewegungen und Fähigkeiten lernen. Von Jahr zu Jahr näherte ich mich meinem eigentlichen Ziel. Leider gab es dann und wann auch Rückschläge in meinem Leben und diese erschwerten meinen Weg im WingTsun immens. Nach ca 18 Jahren wurde mir dann von meinem SiFu, GM Oliver König, bei einem Sommerlehrgang in Velden/Österreich, vor den gesamten Teilnehmern die Meister-Urkunde überreicht. Ich war überwältigt vom Beifall und den Gratulationen der Schüler und der WingTsun-Freunde. Erst Tage später konnte ich fassen, was ich eigentlich erreicht hatte, nämlich meinen Kindheitstraum. Es war ein unbeschreibliches Gefühl.